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Die Sache mit dem "gut gemeint".

Kennt ihr diese Sätze? Ich habs dir doch nur gut gemeint? Oder jemand wollte dir "lediglich NUR helfen?", dann solltest du genau das hier lesen:

 

Bereits in meiner Jugend fiel mir immer häufiger auf, dass sowohl meine Familie, meine Lehrer als auch meine Freunde ständig ihre Ratschläge unter dem Deckmantel der Kontrolle, über mich ausübten. Mein Wesen, sprich mein starker Charakter schien vielen ein fetter Dorn im Auge zu sein und so musste ich mich, bis in die frühen Zwanziger immer wieder rechtfertigen. Erklären warum ich Künstler sein möchte, offenbaren warum ich einen Mann liebte und keine Frau und meine Würde verteidigen, wenn ich eine Entscheidung traf die ihren Moralvorstellungen nicht entsprach. Rechenschaften, die wir alle einmal ablegen müssen. Wir alle haben diese eine Person in unserem Umfeld, die vermeintlich meint, uns besser zu kennen, als wir uns selbst. Ständig wirft sie mit „gut gemeinten“ Ratschlägen um sich und löst eine Vielfalt an unterschiedlichen Gefühlen bei uns aus. 

 

Pessimismus welcher durch die Adern von manchen Menschen fließt, ist nach der eigenen Unzufriedenheit, eines der schlimmsten Faktoren, wenn Menschen dir einen Ratschlag geben wollen. Sie werden dir weiß machen wollen, „dich doch nur unterstütze zu wollen“ oder werden später sagen „das habe ich so nicht gemeint“, aber dem Faktum ist es nunmal so: 

 

Wenn jemand in deinem Umfeld einen Traum hat, eine Leidenschaft, etwas wofür diese Person brennt, kannst du diese Person am besten unterstützen in dem du ihr zuhörst. Zuhören, welches unsere Gesellschaft schon vor Jahren abgelegt bzw. verlernt hat, ist bei einem guten Rat essenziell. 

 

Du willst helfen? Du willst wirklich helfen? 

 

Dann agiere im Interesse der Person und stell nicht deine Ängste und Sorgen über die Wünsche und Träume einer Person. Finde lieber 10 Gründe warum es funktionieren kann als 50 Gründe, warum es scheitern könnte. Negativität, sowie Pessimismus gibt es überall auf der Welt und scheitern werden wir sowieso alle immer wieder, da wir nunmal Menschen sind und aus Fehlern lernt man bekanntlich am besten. Versteht mich nicht falsch, es geht nicht darum, der Person Honig ums Maul zu schmieren und beunruhigende Fakten schön zu sprechen. Mir geht es hierbei um den schmalen Grad zwischen Pessimismus und konstruktiver Kritik. 

 

Kennt ihr die Sätze? 

 

„Du bist doch noch so jung“ 

 

„Woher willst du das schon wissen“

 

„Da muss man durch, ich musste das auch“ 

 

„Das ist die Normalität, jeder muss das“ 

 

Ich könnte dir dutzende Sätze dergleichen schreiben, aber sie alle haben einen denselben Nenner. Es ist die Unterdrückung. Die Menschen, die solche Sätze von sich geben, haben meistens ihre Träume abgeschrieben oder sich mit ihrer gegenwärtigen Situation abgefunden und verstehen daher nicht, woher andere ihren Mut nehmen aus Strukturen auszubrechen. Menschen sind Gewohnheitstiere und beschützen daher ihr Schubladen-Denken und ihre Strukturen mit Argumentationen und einer Tonne an Gefühlen. Und wehe du wagst es in deiner Familie anders als die anderen zu sein, dann wirst du zurück in die Bahn gedrängt in der dich alle sehen wollen. 

 

So, jetzt fragst du dich sicher, was nun? Du wirst an einem gewissen Punkt in deinem Leben eine Entscheidung treffen müssen. Willst du du selbst sein oder das verkörpern, was die anderen wollen das du bist? Möchtest du etwas verändern, oder in gewissen Strukturen bleiben? Es geht um die essenzielle Frage „Wer bin ich wirklich“. Und hab keine Angst davon, anders zu sein. Als wir Kinder waren, waren wir alle anders, bis der Lehrer uns etwas davor hat und wir ihm nachgesprochen haben. Bis wir verletzt wurden und gelernt haben uns in gewissen Situationen anzupassen. Its all on you. Du kannst alles oder auch nichts sein und vor allem kannst du du selbst sein, es benötigt nur viel Mut und Kraft, aber lohnt es sich nicht für sich selbst zu kämpfen?  Und jetzt lege ich noch eins drauf und komm mit dem Klassiker schlechthin. 

 

 

Wer, wenn nicht du? 

 

 

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